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FAQ

Die Bücher
Der schöpferische Prozess
Allgemein: Manuskripte, Filme, Institut, Autogramme usw.



Die Bücher

Was ist der RAM-Orden, der in "Auf dem Jakobsweg" vorkommt?
Regnus Agnus Mundi ist ein 1492 gegründeter Orden mit katholischen Wurzeln, der das Studium der Sprache der Symbole über ein System mündlicher Unterweisung betreibt. Tatsächlich entsprechen die Bezeichnungen "Meister" und "Schüler" nur Rollen in einem Prozess der Unterweisung. Darin werden Aufgaben gestellt, bei deren Lösung jeder die Antwort auf seine eigenen Fragen findet. Der R.A.M.-Orden hat keinen Amtssitz, keine offiziellen Vertreter, kein Geheimwissen, und sein wichtigster Grundsatz ist, dass man nur lernt, indem man einen Schritt vorwärts geht.

Wie macht man die Pilgerreise nach Santiago de Composta?
Bitte besuchen Sie im Internet die Seite "Caminho de Santiago" [in portugiesischer, spanischer und englischer Sprache]. Vergessen Sie nicht, dass alle dort aufgeführten Links der alleinigen Verantwortung der Leute unterstehen, die sie ins Netz gestellt haben.

Sollten die im Buch enthaltenen Übungen gemacht werden?
Das kann jeder halten wie er will. Nur das "Ritual des Boten" sollte auf gar keinen Fall durchgeführt werden, denn es ist unvollständig und wird sich daher nicht positiv auswirken.

Wie lernt man die Sprache der Zeichen?
Die Sprache der Zeichen ist unsere ganz persönliche Weise, mit Gott in Verbindung zu treten. Um diese Sprache zu lernen, muss man seine Intuition entwickeln. Wichtig ist dabei, dass wir keine Angst haben, uns zu irren.

Stimmt es, dass Sie "Der Alchimist" in vierzehn Tagen geschrieben haben?
Ja. Eigentlich habe ich alle meine Bücher innerhalb von zwei bis vier Wochen geschrieben. Die Konzeption eines Buches erfordert jedoch mindestens zwei Jahre und die Überarbeitung vier weitere Monate.

Nehmen Sie Schüler?
Auf gar keinen Fall.

Was muss ich tun, um mich über die Mond-Tradition besser zu informieren?
Das Internet bietet viele Sites dazu an. Achtung: Nicht alles, was Sie dort finden, ist seriös. Es ist durchaus möglich, die Mond-Tradition (Wicca) ohne Meister oder Lehrer für sich zu entdecken. Wicca ist eine unendlich reiche, uralte Gedankenlehre, die einen sehr weiterbringen kann und die die Welt nachhaltig geprägt hat.

Gibt es ein Buch zur Mond-Tradition, das Sie besonders empfehlen können?
"Meditações sobre os 22 Arcanos do Tarot", Ed. Vozes.

Sind die in "Die Walküren" [deutsch noch nicht erschienen] erzählten Ereignisse tatsächlich passiert?
Das zentrale Ereignis des Buches ist wahr (die Begegnung mit dem Engel), auch die Reise in die Mojave-Wüste, doch sonst ist viel erfunden. Dennoch, die wichtigste Episode - die Begegnung mit dem Engel - hat sich tatsächlich so zugetragen, und ebenso habe ich eine Statue der Nossa Senhora de Aparecida im Glorieta-Canyon in der Nähe von Borrego Springs, Kalifornien, zurückgelassen.

Glauben Sie, dass die katholische Kirche die Vorstellung der weiblichen Seite des Angesichts Gottes, wie sie sich in der Jungfrau Maria manifestiert, akzeptieren wird, so wie Sie es in "Am Ufer des Rio Piedra sass ich und weinte" dargestellt haben?
Ich glaube schon. Es mag fünfzig, vielleicht auch zweihundert Jahre dauern, aber letztlich wird sie es akzeptieren.

Ist "Der Fünfte Berg" ein Bibelkommentar?
Nein. Im Mittelpunkt steht nicht die in der Bibel überlieferte Geschichte, sondern die Geschichte von Elia als die eines Mannes, der mit Gott ringt - was im Grunde eine sehr gesunde Sache ist.

Waren Sie wirklich in einer psychiatrischen Anstalt, so wie in "Veronika beschliesst zu sterben" beschrieben?
Leider ja, und zwar dreimal (1966, 1967, 1968), in der Anstalt "Casa de Saúde Dr. Eiras". Manchmal wird aus Liebe das Falsche getan. Aber da meine Eltern die Einweisungen aus übergrosser Sorge veranlassten, habe ich es ihnen nie nachgetragen.

Wer ist ein Krieger des Lichts?
Jeder Mensch, der trotz aller Schwierigkeiten, die er im Alltag zu bewältigen hat, noch fähig ist, für seine Träume zu kämpfen.

Ist "Der Dämon und Fräulein Prym" Ihre Antwort auf die klassische Frage ‚Ist der Mensch gut?'?
Auf diese Frage gibt es keine Antwort. Ein Engel und ein Dämon stehen stets an unserer Seite, und wir folgen immer demjenigen, der es schafft, von uns gehört zu werden. Doch achten sollten wir auf die Worte des Engels. Das Buch zeigt das Duell der beiden und wie die Gesellschaft manipulieren kann, was als das Gute angesehen wird.

Wie komme ich an ein Exemplar Ihres Buches "O Manual Prático do Vampirismo" (Praktisches Handbuch des Vampirismus, deutsch nie erschienen)?
Ich habe eine Neuauflage dieses Buches untersagt: Es ist mir darin nicht gelungen, den Mythos des Vampirismus richtig zu erklären. Es wurde 1986 veröffentlicht, 1987 eingezogen und wird nie wieder publiziert werden.

Wie komme ich an ein Exemplar Ihres Buchs "Arquivos do Inferno" (Archive der Hölle, deutsch nicht erschienen)?
Anders als bei "O Manual Prático do Vampirismo" bin ich stolz auf dieses Buch. 1982 im Eigenverlag veröffentlicht, wurde die erste (und einzige) Auflage von 2'000 Exemplaren restlos verkauft. Wenn es mir bestimmt ist, eine Überarbeitung der "Arquivos do Inferno" vorzunehmen, dann werde ich das auch tun, und das Buch wird wieder gedruckt. Doch augenblicklich gibt es diesbezüglich keine konkreten Pläne.

 


Der schöpferische Prozess


Was ist Schreiben?
Ich habe in meinem Leben auf folgendes gesetzt: Mich selber durch meine Arbeit zu erkennen - in diesem Fall durchs Schreiben.

Wann haben Sie beschlossen, Schriftsteller zu werden?
Seit meiner Jugend wollte ich schreiben. Anfangs glaubte ich, da ich sehr einsam war, dass die einzige Art, mit der Welt zu kommunizieren, die Poesie sei; Zeit verging, ich kam aus dieser natürlichen Isolation eines Jugendlichen heraus - ich hatte eine ziemlich bewegte Jugend -, aber das Wort blieb für mich das Mittel, die Welt und mich selbst besser zu verstehen. Aber ich habe erst den Mut gehabt, meinen Traum zu leben, nachdem ich 1986 den Jakobsweg gegangen war.

Wo schreiben Sie?
Ich schreibe alle zwei Jahre in neues Buch, normalerweise in Copacabana, in Rio de Janeiro. Kolumnen für Zeitungen und andere Texte schreibe ich, wo immer ich kann - im Flugzeug, im Hotel -, denn mein Laptop ist mein ständiger Begleiter.

Wie sieht der Platz aus, an dem Sie in Copacabana schreiben?
Weiss, ohne Bilder oder andere visuelle Reize ausser dem Computerbildschirm.
Die Phantasie braucht Raum, um sich entwickeln zu können. Früher hatte ich viele Gegenstände um mich, aber sie fesselten mich zu sehr an die mit ihnen verbundenen Erinnerungen.

Führen Sie vor, während oder nach dem Schreiben eine Art Ritual durch?
Ich habe mir selbst ein Zeichen bestimmt, das mir anzeigt, wann ich ein neues Buch beginnen kann: Ich muss eine weisse Feder finden. Sonst gibt es kein Ritual. Aber wenn ich einmal ein Buch angefangen habe, dann muss ich es zu Ende schreiben. Ich kenne viele Schriftsteller, die ein paar Monate lang aussetzen, aber das könnte ich nie.

Wie entsteht ein neuer Roman, eine neue Geschichte?
Jedes Buch entsteht anders. Entweder aufgrund einer Frage, die ich mir stelle, oder einer Antwort, die ich gefunden habe. Und dann brauche ich nur noch eine gute Geschichte, um den Gedanken zu entwickeln.

Wie haben Sie schreiben gelernt?
Durch lesen. Lesen und noch mal lesen. Entscheidend war auch meine Erfahrung als Texter von Rocksongs und als Journalist, weil ich begriff, dass man nicht kompliziert sein muss, um sich zu Menschheitsfragen zu äussern, und ich lernte, einen Gedanken mit wenigen Worten darzulegen. Ich glaube an die Vorstellung einer "Anima Mundi" (Weltenseele), in der jeder Mensch durch die völlige Hingabe an das, was er macht, in Kontakt mit der Inspiration des Universums tritt; und meine Figuren entstehen aus der Liebe zum Leben und zu den Dingen, die ich erlebe.

Schreiben Sie von Hand?
Niemals. Früher schrieb ich auf der elektrischen Schreibmaschine, heute auf dem Laptop. Meine Gedanken wollen sich nicht der Geschwindigkeit meiner Handschrift anpassen.

Machen Sie viele Notizen?
Niemals. Mir gehen jeden Tag viele Gedanken durch den Kopf; die wichtigen bleiben haften, die anderen vergesse ich.



Allgemein


Wann wurden Sie geboren?
Am 24. August 1947, um 05:00 Uhr morgens, in Rio de Janeiro, Brasilien.

Welcher Religion gehören Sie an?
Ich bin Katholik. Aber ich glaube, dass jede Religion, wenn sie selbstgewählt ist, zum selben Gott führt. Doch ich würde niemals die Verantwortung für meine spirituelle Suche auf die Religion schieben.

Finanziert das Instituto Paulo Coelho kulturelle Projekte?
Nein. Um Genaueres zu erfahren, gehen Sie bitte auf die entsprechende Homepage im Internet.

Können Sie mir eines Ihrer Bücher signieren?
Wenn Sie meine Reisepläne anklicken und feststellen, dass ich momentan in Brasilien bin, dann schicken Sie mir das Buch mit einem frankierten Rückumschlag, und es wird mir eine Freude sein, es zu signieren. Wenn ich jedoch nicht in Brasilien bin, lohnt es nicht, mir eins zu schicken, weil sich dann die Post derart anhäuft, dass es einfach unmöglich wird. Im Zweifelsfalle nehmen Sie Kontakt mit den autor auf.

Können Sie ein Vorwort zu meinem Buch schreiben, meine Originale/Manuskripte lesen oder mir einen Verlag empfehlen?
Auf Anraten meiner Anwälte darf ich nur Bücher lesen, die bereits veröffentlicht wurden. Was die Vorworte betrifft, so lassen das die Verträge mit meinen Verlegern in aller Welt nicht zu; mit wenigen Ausnahmen, die jedoch vom jeweiligen Verlag und nicht vom Autor abhängen.
Was die Empfehlung an einen Verlag angeht, so bin ich der Ansicht, dass jede(r) Autor(in) seinen/ihren Anteil Schwierigkeiten haben sollte, so wie ich in meinen Anfängen: Bahne dir deinen eigenen Weg, so bekommst du Kraft für jeden Schritt, den du darauf tust.

Warum ist bislang keines Ihrer Bücher verfilmt worden?
Ich habe den Verkauf der Rechte untersagt. Kürzlich habe ich 2 Millionen US-Dollar geboten, um die einzigen Rechte zurückzukaufen, die ich seinerzeit an Warner Brothers vergeben hatte: "The Alchemist". Die Filmgesellschaft prüft zur Zeit die Angelegenheit. Ich habe nicht vor, irgendwelche Filmrechte zu verkaufen, weil ich finde, dass der Film im Kopf des Lesers stattfindet. Meine Bücher appellieren an die Kreativität ihrer Leser.

Gelingt es Ihnen, ein im landläufigen Sinn normales Leben zu führen? Oder ist Ihr Alltag durch Ihren Erfolg verändert worden?
Beides zugleich. Ich führe ein normales Leben, und mein Alltag verändert sich - Gott sei Dank - tagtäglich und wird so nicht zur Routine

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